Auf ein Wort zum Grundeinkommen

Jutta Allmendinger beklagt sich darüber, dass ihre Kritik am Grundeinkommen nicht ernst genommen würde. – Wenn man sich ihre »Argumente« anschaut, wird auch deutlich, warum das so ist.

https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-kultur-das-land-in-dem-wir-leben-wollen-und-wie-wir-es-erreichen-_arid,1282897.html

Sie behauptet zum Beispiel, mit einem Grundeinkommen wird »die Ungleichheit« zunehmen.

Was aber interessiert das die Leute, wenn diese mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen vom Arbeitszwang befreit sind und ihre Existenz gesichert ist? – Der Vorteil des Grundeinkommens verschwindet ja nicht, mit ihrem Einwand.

Und wenn sie sagt, die Arbeitgeber hätten »Verantwortung für den Erhalt von Beschäftigung«, dann wirkt das so, als wüsste sie nicht, welche Aufgabe die Wirtschaft hat. – Wirtschaft soll uns mit Gütern und Dienstleistungen versorgen. Es ist nicht Aufgabe der Wirtschaft, die Bürger zu »beschäftigen«. – Beschäftigen können sich die Menschen viel besser selbst.

Frau Allmendinger merkt schon, dass sie mit ihren Einwänden nicht auf die große Zahl von Menschen einwirken kann, die den Ideen des Grundeinkommens gegenüber aufgeschlossen sind.

Deshalb macht sie es anders. – Sie vereinnahmt Teilüberlegungen aus der Grundeinkommen-Diskussion, um sie der »Arbeitsgesellschaft«, deren Anhängerin Frau Allmendinger offensichtlich ist, zuzuführen.

Die Stichworte sind dabei unter anderem: Sabbatical, Teilzeit, Orientierungsphase, bezahlte und unbezahlte Zeit, Chancenkonto oder solidarisches Grundeinkommen.

Sie will »Geld, Zeit, Arbeit und Sicherheit« so miteinander in Verbindung bringen, dass die Erwerbsarbeits-Orientierung erhalten bleibt. – Im Grunde genommen geht es darum, die Themen, die in der Grundeinkommen-Debatte Bedeutung haben, in die »Arbeitsgesellschaft« zu integrieren.

Im weiteren Teil ihrer Rede, spricht Frau Allmendinger dann sehr optimistisch vom »digitalen Wandel«: Bevor Entlassungswellen kommen, müsse man die Mitarbeiter rechtzeitig in Teilzeit schicken und sie für neue Arbeitsfelder weiterbilden.

Ja, für einen Fan der Arbeitsgesellschaft wäre der »Schadensfall« Arbeitslosigkeit unerträglich.

Grundeinkommen-Befürworter hingegen, könnten sich vorstellen, dass das gar nicht so wichtig ist, »schnell« wieder auf einem neuen Arbeitsplatz zu hocken.

Zumindest sollten das die Bürgerinnen und Bürger selbst bestimmen können, was sie wann, wie viel, arbeiten. – Und sie sollten sich nicht darüber belehren lassen müssen, von Arbeitsamt-Mitarbeitern.

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