Grundeinkommen vor 200 Jahren

Das Speenhamland-Projekt in England hatte bereits vor 200 Jahren bewiesen, dass ein Grundeinkommen funktioniert. Aber die Neoliberalen der damaligen Zeit, wie David Ricardo, Thomas Malthus, haben es geschafft, das Projekt wieder zu beenden, indem sie die Idee diskreditierten und die Parole ausgaben, »die Armen sind selber schuld an ihrem Elend«.

Das Speenhamland-Projekt bedeutete, dass alle armen Bürger einen Betrag vom Staat erhielten, der ihnen eine Existenzsicherung garantierte.

Nachdem das Grundeinkommen bekämpft und wieder abgeschafft wurde, lebten die Armen Englands in besonders schlimmen und perfiden Umständen, die von dem Schriftsteller Charles Dickens in »Oliver Twist« beschrieben wurden. Die Armen wurden in »Armenhäusern« eingepfercht und schlecht wie Sklaven behandelt.

In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wollte Richard Nixon in den USA ein Grundeinkommen einführen, und ein Teil seiner Berater haben sich gegen diese Idee gewandt, unter anderem mit dem Speenhamland-Beispiel. Es würde beweisen, dass es nichts bringt, wenn wir die Armen mit Geld unterstützen. Da sie selbst schuld an ihrer Misere seien, sollten sie lieber arbeiten, um aus der Situation wieder herauszukommen. – Heute hat die USA eines der schlechtesten Sozialsysteme weltweit, viele Drogensüchtige im Land und Millionen von armen Menschen.

Aus dem Buch von Rutger Bregman; Utopien für Realisten

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