Wichtige Diskussion zur Pflege in Deutschland

Und es zeigt sich, wie dringend wir das Bedingungslose Grundeinkommen brauchen.

In vielen Tweets, die momentan zu lesen sind, wird auf die katastrophale Pflegesituation in Deutschland hingewiesen.

Brauchen wir 8000 oder 13000 neue Pflegekräfte, oder vielleicht sogar 60000?

Am Beispiel des Pflegeberufes ist zu sehen, in welche Situation wir geraten sind. – Seit der Agenda 2010 wurde eine systematische Entwertung eigentlich aller Berufe eingeleitet, wenn sie denn nicht von starken Gewerkschaften in der freien Wirtschaft oder doch meistens im Öffentlichen Dienst durch wütende Streiks verhindert wurde.

Denken wir bloß an die Flugkapitäne, das Boden- oder Kabinenpersonal. Wo noch in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts die Menschen gerne in der Luftfahrtbranche arbeiteten, weil gut bezahlt wurde und die Berufe eine gesellschaftliche Reputation hatten, können manche heute vor Wut gegen die Wand hauen, wenn sie an die Entwertung ihres Arbeitsfeldes denken.

In anderen Berufsfeldern ist es ähnlich. – Denken wir an die Ärzte. Das gesamte Gesundheitssystem ist kaputt-reformiert. Wer heute dringend einen Arzt braucht, zum Beispiel Hautarzt, der erfährt über die telefonische Ansage, dass in drei Monaten wieder ein Termin frei ist. Der heiße Tipp, der unter Kranken herumgereicht wird, lautet, gehe in die Krankenhaus-Ambulanz.

Die Online-Bewertungen für Ärzte sind teilweise extrem negativ. Schaut man genauer hin, warum, ist es meistens die schlechte Erreichbarkeit der Ärzte. Früher war alles besser! Zumindest vor der Schröder/Fischer Regierung, die zerstört hat, was vorher noch funktionierte.

Was ist denn bei der Pflege das Problem?

Hätten wir eine Gesellschaft mit Bedingungslosem Grundeinkommen, könnten die Menschen überlegen, ob sie in der Pflege arbeiten wollen, ob sie eine entsprechende Ausbildung machen, und die interessierten Bürger könnten den Arbeitgebern in der Pflege klare Grenzen setzen, was zumutbar ist, an Arbeitsbedingungen und an Vergütung.

Aber heute haben wir die Jobcenter und Arbeitsagenturen, die die Arbeitsgesellschaft regeln, vor der Nase. – Niemand will freiwillig schlechte Arbeitsbedingungen eingehen und das auch noch bei schlechten Löhnen. Das Problem heute ist doch, dass man in der Gesellschaft »Arbeit« wie Sauerbier herumreicht.

Miese Jobs will niemand!

Bloß ist es so, wer einmal so einen »miesen« Job angenommen hat, der kommt da nicht mehr heraus. Einfach kündigen, wenn einem die Arbeit nicht gefällt, geht heute nicht, ohne sofort von den Arbeitsämtern bestraft und sanktioniert zu werden. – Die Arbeitsgesellschaft ist von den Politikern als »Falle« für die Bürger konstruiert worden. Niemand soll sich der Arbeit entziehen können.

Aber dadurch wird Arbeit an sich, unattraktiv!

Die heutige Arbeitsgesellschaft richtet sich selbst zugrunde. Das kann bei vielen Berufen gesehen werden. Es funktioniert einfach nicht mehr, wie früher. – Und für dumm verkaufen lassen, wollen sich die Bürger auch nicht.

Ausweg?

Wenn wir uns für ein Bedingungsloses Grundeinkommen einsetzen und es umsetzen, werden die Karten neu gemischt. Dann können Bürger »auf Augenhöhe« mit potenziellen Arbeitgebern verhandeln. Und wenn nichts dabei herauskommt, kann man problemlos wieder auseinandergehen.

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